Workshop bereitet auf Flashmob auf dem Rathausplatz vor / Weitere Termine am 1. und 9. Februar

 

Rund 50 Teilnehmer waren am Sonnabend beim ersten Tanzworkshop in der Sporthalle an der Schillerstraße dabei. Foto: Doreen Schulze VOLKSSTIMME

Rund 50 Teilnehmer machten beim ersten Tanzworkshop mit. Auf dem Gardeleger Rathausplatz wollen sie beim Flashmob „One Billion Rising 2018“ am 14. Februar gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen setzen. Und das tanzend.

 

Gardelegen l „Seid ihr gut drauf?“, fragt Tanzlehrer Adnan Fadel, den alle Eddy nennen. „Ja“, antworten die rund 50 Teilnehmer, fast ausschließlich Frauen, begeistert. „Na dann, los geht es“, so der Tanzlehrer. Die Musik auf dem Band läuft, und die Erwärmung beginnt.

Die Teilnehmer, vom Teenager bis zum Senior, besuchen alle den ersten von drei Tanzworkshops in Vorbereitung auf den Tanz-Flashmob „One Billion Rising 2018“ am Mittwoch, 14. Februar, auf dem Rathausplatz in Gardelegen, der sich gegen Gewalt gegen Frauen richtet. „Wir haben Lust uns zu bewegen und wollen schauen, was hier heute passiert. Vor allem aber wollen wir Solidarität zeigen mit den Frauen, die Gewalt erlebt haben“, erzählt Iris Kleinau. Sie und Anja Hackbart besuchen die Tanzschule Müller, die diesen Workshop unterstützt. „Und etwas Neugierde ist natürlich auch dabei“, sagt Anja Hackbart.

Neugierig, was in der Sporthalle an der Schillerstraße vor sich geht und ob sie noch mit den Jüngeren mithalten können, sind auch die Mitglieder der Tanzgruppe Heideblüten der Volkssolidarität. Auch sie wollen beim Flashmob Flagge zeigen und sich gegen Gewalt gegen Frauen stark machen.

Aufgerufen zum Flashmob haben der Altmarkkreis Salzwedel, die Hansestadt Gardelegen und der Kreissportbund Altmark West als Projektträger. Die Tanzschule Müller aus Gardelegen unterstützt die Aktion. Gefördert wird der Flashmob durch das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. In Gardelegen wird diese Veranstaltung erstmals ausgetragen.

Dunkelziffer noch immer hoch

„Die Veranstaltung steht unter dem Motto ‚Licht ins Dunkel‘ bringen. Häusliche und sexuelle Gewalt sind noch immer Tabuthemen“, betont Claudia Masuch, Gleichstellungsbeauftragte im Altmarkkreis Salzwedel. In Deutschland werde jede vierte Frau Opfer von Gewalt. Im Altmarkkreis leben rund 40 000 Frauen, informiert Masuch. Wenn es heißt, jede vierte Frau und wenn man bedenke, welche Kapazitäten in Frauenhaus und Beratungsstellen angeboten beziehungsweise genutzt werden, zeige dies, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe, so Masuch. Sie weist auch auf Schwachpunkte hin: „Das Frauenhaus ist noch immer nicht ausreichend finanziert.“

Bei der Veranstaltung auf dem Rathausplatz werden sich verschiedene Institutionen, die Frauen unterstützen, die Opfer von Gewalt wurden, an Info-Ständen präsentieren.

„Und wir wollen auch die Männer dabei haben. Wir brauchen sie als Partner, als Unterstützer“, sagt Masuch. Denn auch Männer können Opfer von Gewalt werden. Für Betroffene gebe es ebenfalls Hilfsangebote, betont Masuch.

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