MTV Beetzendorf erhält 5.000 Euro für Beregnungsanlage / Weitere Förderer im Boot

#Beetzendorf – Gute Nachricht für den Sportverein MTV 1880 Beetzendorf: Die Gemeinde unterstützt das Projekt einer Beregnungsanlage für den Sportplatz mit 5.000 Euro. Dafür hat der Gemeinderat während der Sitzung am Donnerstagabend in Beetzendorf mehrheitlich gestimmt und ist damit der Empfehlung des Bauausschusses gefolgt. Damit kann das Projekt nun umgesetzt werden.

„Die soziale Komponente kann man gar nicht überbewerten. Der MTV wertet unser eigenes Grundstück auf. Neiddebatten verstehe ich nicht.“
Enrico Lehnemann, Bürgermeister der Gemeinde Beetzendorf

Hannes Schulz vom MTV Beetzendorf hatte das Anliegen seines Vereins bereits in der Ratssitzung am 18. Juni vorgestellt. „Wir haben ein Problem mit dem Beregnen des Platzes. Eine integrierte Bewässerungsanlage ist eigentlich die einzige Lösung“, hatte er erklärt. Schulz nannte eine Summe von rund 40.000 Euro für die Anlage. Allerdings gebe es eine Förderung von 80 Prozent durch Lotto Sachsen-Anhalt und die Investitionsbank des Landes, also 32.000 Euro. Die Förderzusage habe der Verein bereits erhalten.

Der Beetzendorfer Sportplatz wird eine Beregnungsanlage erhalten. Das Vorhaben des MTV 1880 Beetzendorf unterstützt die Gemeinde mit 5.000 Euro. ©Christian Reuter

Dringender Antrag: Förderperiode endet im September

Die restliche Summe sei aber vom Verein zu tragen, immerhin noch rund 8.000 Euro. „Das ist viel Geld für den Verein“, so Schulz. Deshalb wandten sich die Sportler an die Gemeinde, in der Hoffnung, eine Unterstützung zu erhalten. Der Verein sei für jeden Euro dankbar, den er nicht selbst zahlen müsse. Gleichzeitig unterstrich Schulz, dass der Antrag dringend sei, weil die Förderperiode nur bis Ende September reiche. Beetzendorfs Bürgermeister Enrico Lehnemann hatte schon in der Sitzung im Juni gesagt, dass er das Projekt für gut halte und den Antrag genehmigen werde, wenn der Bauausschuss zustimme.

Die Beratung zu dem Thema in der Ratssitzung am Donnerstag begann mit der Information von Lehnemann, dass der Bauausschuss die Empfehlung abgegeben habe, den Verein mit 5.000 Euro zu unterstützen. Der Eigenanteil des Vereins betrage etwa 8.000 Euro. Damit würden alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Ratsherr Jürgen Benecke sagte, er wolle das Vorhaben unterstützen, den Verein MTV Beetzendorf aber erst einmal ausklammern. Es gebe schließlich noch andere, die den Sportplatz nutzen würden, etwa die Schulen. „Das müssten uns die Schulen wert sein“, begründete er sein Ja für eine finanzielle Hilfe der Gemeinde. Sein Ratskollege Kevin Raßmuß sah das etwas anders. „Das Problem ist für mich die Summe. Und ist das nur eine einmalige Sache?“, merkte er an. Er sehe die Gefahr, dass auch andere Vereine kommen könnten und Summen fordern würden. Es müsse gegenüber den anderen Vereinen fair sein. „Ich wäre dafür, wenn wir haushaltstechnisch dazu in der Lage wären“, stellte Raßmuß klar.

Raßmuß: „Wurde beim Kreis angefragt wegen einer Unterstützung?“

Lehnemann sagte, das Geld würde zur Verfügung stehen. Das Thema sei mit der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf geklärt. Benecke störte es, dass sich Raßmuß nur auf den Sportverein bezog. „Aber wenn das Gymnasium dichtmacht, ist uns als Beetzendorfern damit geholfen?“, fragte er in die Runde. „Was haben wir als Gemeinde vom MTV?“, wollte Martin Tessmer daraufhin wissen.

„Der MTV macht jede Woche Jugendarbeit für uns. Die Mitglieder leisten da genug für die Kinder“, erwiderte Benecke. Raßmuß hakte nach, ob es auch beim Altmarkkreis eine Anfrage wegen einer Unterstützung gegeben habe. Und er schlug vor: Der Kreis und die Gemeinde könnten jeweils 3.000 Euro geben und der MTV die restlichen rund 2.000 Euro. „Dann wäre das eine faire Geschichte.“

Ratsherr Stephan Althoff sagte, er könne das Argument mit dem Kreis verstehen. Er sehe den Antrag des Sportvereins aber als einmalige Ausgabe für die Gemeinde an. Den beiden anwesenden MTV-Mitgliedern gab er den Hinweis mit auf den Weg, „bei solchen Sachen“ auch mal beim Kreis anzufragen. Enrico Hinz erklärte, er befürworte eine Unterstützung, könne aber mit der Summe von 5.000 Euro „überhaupt nicht leben“. Hinz brachte die Idee ins Spiel, dass der Jugendklub auch Flächen des Sportplatzes nutzen könnte. „Und vielleicht könnten dem Klub zwei oder drei alte Tischtennisplatten gegeben werden, die dann dort aufgestellt werden.“

Schulz: „Gemeinde könnte Flächen nutzen“

Nico Schulz vom MTV sagte, die Gemeinde könne Flächen vom Sportplatz nutzen. Denn das ganze Areal sei etwa einen Hektar groß. „Da könnte noch mehr entstehen, ein Beachvolleyballplatz oder ein Korb für Basketball.“ Lehnemann verwies darauf, dass der MTV keinen Trainingsplatz habe und dies ein sensibles Thema sei.

Hinz wollte wissen, ob der MTV die Pflege und Wartung der Beregnungsanlage übernehmen werde, was die anwesenden zwei Mitglieder bejahten. Lehnemann ergänzte dazu noch, dass sich die Gemeinde komplett aus der Pflege des Sportplatzes zurückgezogen habe.

Kurz vor der Abstimmung stellte der Bürgermeister erneut klar, dass er für das Projekt sei, das der gesamten Gemeinde zugutekomme. Er fand die Frage von Tessmer, was die Gemeinde vom MTV habe, merkwürdig. „Die soziale Komponente kann man gar nicht überbewerten. Der MTV wertet unser eigenes Grundstück auf. Neiddebatten verstehe ich nicht“, betonte Lehnemann. Jeder Verein könne Förderanträge stellen, auch bei der Gemeinde. „Ich empfinde es als bemerkenswert, dass der MTV dieses Projekt durchgezogen hat, und deshalb unterstütze ich das auch“, so der Bürgermeister.

Sieben Ratsmitglieder stimmten für den Zuschuss von 5.000 Euro, drei dagegen. Es gab eine Enthaltung. Damit werde Lehnemann die VG beauftragen, das Geld anzuweisen.

Von CHRISTIAN REUTER

Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 25.07.2026, Seite 6

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