Soll man bei Hitze weiter trainieren oder das intensive Bewegen besser mal ausfallen lassen? Das sagen Salzwedeler Sportvereine dazu.
#Salzwedel In der kommenden Woche soll es in Salzwedel wieder heiß werden. Ab Mittwoch sollen laut Deutschem Wetterdienst und anderen die Tageshöchsttemperaturen wieder auf 28 Grad und darüber klettern. Immer wieder sind auch an solchen Tagen in der Mittagshitze Sportler zu beobachten, die ihrem schweißtreibenden Training trotz der Wärme nachgehen. Aber ist das eigentlich gesund?

„Die größte Gefahr beim Training bei großer Hitze ist die hohe Belastung für den Kreislauf“, sagt Ronny Sobek, Vereinsvorsitzender beim Sportverein WSG „Jenny Marx“ in Salzwedel. „Der Körper muss gleichzeitig die Muskulatur mit Sauerstoff versorgen und über die Haut Wärme abgeben. Dadurch steigt die Herz-Kreislauf-Belastung deutlich an.“
Lutz Franke, Ehrenvorsitzender des Kreissportbundes Altmark-West und stellvertretender Vorsitzender des SV Jeetze Salzwedel, sagt: „Ich schüttle da manchmal selbst den Kopf. Gerade joggen in der prallen Mittagssonne oder ein Tennismatch bei hochsommerlichen Temperaturen – das ist für den Körper eine enorme Belastung.“ Viele würden das unterschätzen und oft gar nicht sofort merken, wie sehr sie sich überlasten – bis es zu spät ist. „Im schlimmsten Fall droht ein Hitzschlag, der ein medizinischer Notfall ist“, warnt Ronny Sobek. Häufigere Folgen seien jedoch Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch starkes Schwitzen, Kreislaufprobleme, Schwindel oder Ohnmacht, Konzentrations- und Leistungsabfall, Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung, Übelkeit und Kopfschmerzen. Besonders gefährdet seien Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen. Lutz Franke rät: „Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen, wenn die Temperaturen erträglicher sind.“ Wer unbedingt in der Mittagshitze aktiv sein möchte, solle zumindest auf ausreichend Flüssigkeit, schattige Strecken und eine deutlich reduzierte Intensität achten. „Der Ehrgeiz sollte an solchen Tagen einfach mal hinter der Vernunft zurückstehen“, unterstreicht Franke.
Sporthallen sind oftmals keine geeignete Alternative, wie er weiter ausführt, denn manche von ihnen würden sich stark aufheizen. In ihnen stehe förmlich die Luft. „Dort können die Temperaturen deutlich höher sein als im Freien, wodurch das Risiko weiter steigt“, warnt Franke.
Der WSG „Jenny Marx“ rät nicht generell vom Training an heißen Tagen ab, stellt Ronny Sobek klar. „Wir empfehlen aber, möglichst in den Morgen- oder Abendstunden zu trainieren und es nicht zu übertreiben.“ Der Sportverein hätte großes Verständnis dafür, dass viele Mitglieder auch bei hohen Temperaturen trainieren möchten. Schließlich sei Sport für viele ein wichtiger Ausgleich, und regelmäßiges Training gehöre für zahlreiche Sportlerinnen und Sportler zum Alltag.

Jedoch trage der Verein Verantwortung für die Gesundheit seiner Mitglieder. „Deshalb empfehlen wir, bei großer Hitze die Trainingsintensität anzupassen, ausreichend zu trinken und auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.“ Wenn sich Sporthallen stark aufheizten oder gesundheitliche Risiken nicht mehr ausgeschlossen werden könnten, müsste der Vereinsvorstand im Interesse aller Beteiligten entsprechende Maßnahmen ergreifen. „Unsere Entscheidungen treffen wir nicht leichtfertig, sondern stets nach sorgfältiger Abwägung der Bedingungen in den jeweiligen Sportstätten.“ Ziel sei es, den Trainingsbetrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, ohne die Gesundheit unserer Mitglieder zu gefährden.
„Unsere Übungsleiterinnen und Übungsleiter beobachten die Teilnehmenden aufmerksam und reagieren frühzeitig auf Anzeichen von Überlastung“, so Sobek. Zum Glück sei es bislang noch nicht vorgekommen, dass ein Vereinsmitglied aufgrund von Überhitzung zusammengebrochen sei.
Quelle: Von Beate Achilles
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