Stadt Salzwedel will künftig bei Antragstellung für Landes-Sportstättenförderung unterstützen

Von der Sportstättenförderung des Landes haben Salzwedeler Vereine bisher nicht profitiert, weil ein Eigenanteil der Kommune von zehn Prozent erforderlich ist. Aufgrund der finanziellen Lage der Stadt ist er nicht gewährt oder gar nicht erst beantragt worden. Das soll sich ändern, versprach Bürgermeisterin Sabine Blümel.

Von Antje Mewes VOLKSSTIMME

Auch die Fußballer vom SV Eintracht Salzwedel nutzen gelegentlich die Tennisanlage in Salzwedel zum Trainieren. Der Tennisclub will dort investieren. Foto: Marc Wiedemann

Arendsee/Salzwedel l Für insgesamt 312 541 Euro soll in diesem Jahr in die Sportstätten des Altmarkkreises investiert werden. Dabei gibt es schon seit vielen Jahren eine Mischfinanzierung aus Eigenmitteln der jeweiligen Sportvereine, Geld von der Kommune, in der sie ansässig sind, vom Landkreis und vom Land. Mitunter ist auch anderes Fördergeld im Spiel. Der Kreissportbund stellt dafür eine Prioritätenliste auf, die dem zuständigen Kreisausschuss für Sport und Kultur vorzulegen ist. So kürzlich geschehen in Arendsee. Eigentlich ein ganz normales Prozedere, wobei sich das Land in diesem Jahr besonders großzügig zeigte und bei einigen Projekten (siehe Infokasten) die kompletten Kosten trägt.

Vielfach übernehmen die Gemeinden einen höheren Posten als die geforderten zehn Prozent. Die Stadt Salzwedel finanzierte das Programm aufgrund klammer Kassen seit einigen Jahren nicht mit, wie der Geschäftsführer des Kreissportbundes Peter Böse erklärte. „Die Salzwedeler Vereine haben ganz schön gelitten dadurch“, schätzte er ein.

Sport-Ausschuss-Mitglied Gabriele Gruner (Die Linke) war das anscheinend neu. Sie versprach das Thema im zuständigen Ausschuss des Salzwedeler Stadtrates anzusprechen, dem sie vorsteht. Peter Lahmann (Bündnis 90/Die Grünen), der wie Gruner erst seit dieser Wahlperiode in dem Kreis-Gremium mitarbeitet, wandte ein, dass die Stadt gerade viele freiwillige Aufgaben zu erfüllen habe und nannte das Waldbad in Liesten. „Geld ist knapp, das können wir nur unter Vorbehalt betrachten“, sagte er.Fakt nicht bekannt

Bürgermeisterin Sabine Blümel betonte auf Anfrage der Volksstimme, dass der Verwaltung gar keine Anträge vorgelegen hätten. Auch ihr war der Fakt, dass Salzwedeler Sportvereine die Bauförderung des Landes nutzen wollen, nicht bekannt. „Wenn nichts beantragt wird, können wir auch nicht unterstützen“, sagt sie. Dabei habe die Stadt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten schon viel für die Sportvereine getan und Bauvorhaben unbürokratisch mitfinanziert. In ihrer Amtszeit sei jedenfalls nicht verhindert worden, dass ein Eigenanteil für die Landesförderung nicht zustande kommt, betonte sie.

Dem Geschäftsführer des KSB war in der Sitzung wichtig, dass etwas entschieden wird. „Wie wollen wir nun damit umgehen?“, fragte er. So hat beispielsweise der Salzwedeler Tennisclub einen Antrag auf Förderung für einen Zaun und eine Ballfanganlage gestellt. „Die wollen den Eigenanteil der Stadt selbst aufbringen“, berichtete Böse. Das sei aber nicht im Sinn des Erfinders. Die Kostenbeteiligung habe einen guten Grund, denn die Sportanlagen gehörten zu 99 Prozent den Kommunen. Mit der gemeinsamen Finanzierung würden sie aufgewertet. Und davon profitierten die Gemeinden. „Es ist richtig, wenn da alle mit zufassen“, sagte Böse. Und der Eigenanteil den Salzwedel zu den aktuellen Projekten aufbringen müsste, seien „Peanuts“. „Ungefähr 4000 Euro“, so Böse.

Inzwischen liegen die Anträge von zwei Vereinen, die 2020 in das Programm aufgenommen werden wollen, der Stadtverwaltung vor. Sie sollen in der nächsten Sitzung des Jugendausschusses bereits auf der Tagesordnung stehen, erklärte Blümel. „Natürlich wollen wir, dass die Vereine die Förderung bekommen, es ist ja auch in unserem Sinn, dass die Sportstätten erhalten und aufgewertet werden“, erklärte sie. Allerdings handele es sich um freiwillige Aufgaben, und Salzwedel sei in der vergangenen Zeit, „immer knapp an der Konsolidierung vorbei geschrammt“, so Blümel. Aber was möglich sei, wolle die Stadt gern aufbringen.