Sport in Arendsee: TSV und SV planen gemeinsame Zukunft
#Arendsee – Der TSV Arendsee steht nach 35 Jahren vor einem tiefgreifenden Wandel: Weil sich kein neuer Vorstand findet und der langjährige Vorsitzende Klaus Winter sein Amt abgeben möchte, soll der Verein mit dem SV Arendsee fusionieren. Beide Vorstände sind sich einig – und betonen vor allem eines: Für die Sportler soll sich praktisch nichts ändern.
„Klaus hat den Verein seit 1990 aufgebaut. Jetzt ist er Mitte 70 und will die Amtsgeschäfte übergeben“, sagt Falk Leja, stellvertretender Vorsitzender des TSV. Er selbst war über den Kindersport in die Vorstandsarbeit hineingewachsen und hatte versucht, ein neues Vorstandsteam zu formen – vergeblich. „Dann stand ich vor der Frage: Mache ich das allein, oder suchen wir eine andere Lösung?“

Diese andere Lösung fand sich in einem Gespräch mit Martin Retzlaff, dem Vorsitzenden des SV Arendsee. Bereits im Dezember sei der erste Kontakt gewesen, so Leja: „Und dann lief das alles wie geschmiert.“ Auch innerhalb der Abteilungen beider Vereine sei die Zustimmung groß gewesen.
TSV verschwindet – aber nur formal
Formal bedeutet die Fusion: Der TSV Arendsee wird aus dem Vereinsregister gelöscht und geht vollständig im SV Arendsee auf. Gleichzeitig bleibt die Identität des Vereins erhalten.
„Der Name TSV Arendsee bleibt bestehen – als Zusatz der jeweiligen Sparte“, erklärt Retzlaff. Das sei rechtlich möglich und bereits erprobt, etwa bei den Darts-Spielern („Altmark Arrows Arendsee“). Auch Logo und Homepage des TSV bleiben unverändert bestehen. „Wir schlüpfen quasi unter die Vorstandsdecke des SV“, sagt Leja. Die Strukturen blieben jedoch gleich: „Für die Sportler selbst ändert sich gar nichts.“
Die Mitgliederversammlung des TSV findet am 5. März um 19.30 Uhr im Seglerheim statt. Dort sollen die TSV-Mitglieder über die Verschmelzung abstimmen. Beim SV wird anschließend ebenfalls eine Mitgliederversammlung folgen. Finanzielle Nachteile sollen den Sportlern nicht entstehen. „Die bestehenden Mitgliedsbeiträge bleiben 2026 unangetastet“, betont Leja. Eine langfristige Angleichung sei möglich, aber kein kurzfristiges Thema. Hintergrund seien auch gestiegene Hallenkosten des Landkreises, die bereits in einigen TSV-Sparten zu Anpassungen geführt hätten.
Größter Sportverein in Arendsee
Aktuell hat der TSV rund 200 Mitglieder, der SV etwa ebenso viele. Zusammen entsteht also ein Verein mit knapp 400 Mitgliedern – „damit wären wir der größte Sportverein der Einheitsgemeinde“, so Retzlaff. Die Bedeutung der Fusion sieht Leja klar: „Es geht darum, den Sport in Arendsee zu erhalten – ob Tischtennis, Bahnengolf oder Bodyfitness.“ Gerade die vielen Breitensportgruppen des TSV seien auf eine stabile Vereinsstruktur angewiesen: „Die Halle bekommst du ohne Verein nicht. Da würde sonst gar nichts mehr funktionieren.“
Auch Skepsis sei kaum aufgetreten. Weder in den Abteilungsleitersitzungen noch in Gesprächen mit Mitgliedern habe es Gegenwind gegeben. „Die Leute sind froh, dass es weitergeht“, sagt Leja. Sollten beide Mitgliederversammlungen zustimmen, folgen Notartermin, Verschmelzungsvertrag und Eintrag beim Amtsgericht. Der Prozess werde sich einige Monate ziehen, geplant sei aber eine rückwirkende Fusion zum 1. Januar 2026.
Von MARKUS WÖLK
Quellenangabe: Altmark Zeitung vom 07.02.2026, Seite 6
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