Kreisausschuss befasst sich mit Bauprojekten von Sportvereinen / Bewilligungen fehlen noch

Enttäuscht zeigte sich Peter Böse, Geschäftsführer des Kreissportbundes Altmark West, vom Landesverwaltungsamt. Nach Monaten des Wartens hätten Sportvereine noch keine Bewilligungen für Fördermittel bekommen. Bauprojekte können so nicht in Angriff genommen werden.

Von Tobias Roitsch VOLKSSTIMME

Kusey l Die Bauförderung von Vereinssportstätten stand als Punkt auf der Tagesordnung des Kreis-Ausschusses für Sport und Kultur. Die Mitglieder trafen sich am Montagnachmittag zu der Sitzung am Sportlerheim des Turn- und Sportvereins (TSV) Kusey. Die aktuellen Zahlen zu dem Thema präsentierte Peter Böse, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Altmark West. „Ich bin arg enttäuscht vom Landesverwaltungsamt“, sagte Böse, als er auf die Bewilligung der Förderanträge für 2019 zu sprechen kam. Bislang habe es aus Halle nämlich nur mündliche Zusagen gegeben. Verschickt worden seien die Bewilligungen aber noch nicht, obwohl das Jahr 2019 schon zur Hälfte rum sei.

Konkret gehe es um ein Sonderprogramm, bei dem es bei Gesamtkosten von bis zu 50 000 Euro eine 100-prozentige vom Land Förderung geben soll. Dazu habe es einen Landtagsbeschluss gegeben. Im Bereich des KSB betreffe dies im Jahr 2019 vier der sechs Vereine, die bereits auf der Prioritätenliste für den Sportstättenbau stehen. Es geht um den Sportverein „Eintracht“ Berge, den Tennisclub Gardelegen, den FSV „Eiche“ Mieste sowie die Schützengilde Kalbe/Milde. Die Unterlagen der Vereine würden seit Ende September beim Landesverwaltungsamt liegen, berichtete Peter Böse, irgendwann müssten die Vereine mal anfangen zu bauen.

Durch das Sonderprogramm könnte auch der Altmarkkreis Salzwedel Geld sparen. Denn für die vier Projekte müssten vom Kreis keine Zuwendungen gezahlt werden, wie es hieß. Unterm würden 10 582 Euro eingespart – von insgesamt 20 000 Euro, die der Altmarkkreis an Zuwendungen für alle Bauprojekte im Jahr 2019 eingeplant hatte. Lediglich für die Sanierung des Sporthallenparketts, die der SV Komet Solpke plant, müsste der Kreis knapp 7400 Euro aufbringen. Bei der Sanierung des Vereinsgebäudes des SV „Wacker“ Lindstedt würde der Kreis 2000 Euro überweisen.Pläne für nächste Sitzung im Hinterkopf haben

Und was passiert mit den rund 10 600 Euro, die nicht benötigt werden? Darüber hatte sich Peter Böse bereits Gedanken gemacht. Das Geld könnte beispielsweise für Kleinstbaumaßnahmen mit einem Wert von bis zu 6000 Euro verwendet werden. Oder das Geld könnte im Jahr 2020 fortgeschrieben werden. „Das können wir heute nicht zu 100 Prozent festzurren“, sagte Peter Böse. Doch bei der nächsten Sitzung des Ausschusses sollte man die Gedanken schon einmal im Hinterkopf haben, schlug er vor.

Auch die vier begünstigten Vereine könnten sich demnach ihre Eigenmittel sparen und würden so um insgesamt 14 892 Euro entlastet, wie der Prioritätenliste zu entnehmen ist.

Außerdem hätten 14 weitere Vereine die Chance genutzt und Anträge für das Sonderprogramm gestellt. Das Programm sei im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten auf den Weg gebracht worden. Fünf Wochen hätten die Vereine Zeit gehabt, um die Unterlagen einzureichen, sagte Böse. Drei der Vereine würden wohl tatsächlich eine Förderung erhalten, doch das Geld werde wohl erst 2020 fließen. Denn auch in diesen Fällen hätte es noch keine Bewilligungen oder Ablehnungen vom Landesverwaltungsamt gegeben. Die Anträge würden dort aber schon seit Ende Januar vorliegen, wie es hieß.

Vorbereitungen für 2020 laufen bereits

Mit Blick auf die EU-Förderung für das Jahr 2019 konnte Peter Böse mitteilen, dass unter anderem die Mittel für den Neubau des Trainingsplatzes für den TSV Kusey bewilligt wurden. Auch für die Sanierung des Sozialtraktes beim FSV „Heide“ Letzlingen gebe es Geld. Offen sei die Entscheidung noch im Fall des Schützenvereins Letzlingen.

Im September könnte dann die Prioritätenliste für das Jahr 2020 vorgelegt werden, erklärte der KSB-Geschäftsführer. Vertreter von 14 bauwilligen Sportvereinen hätten sich bereits am 18. Juni zu einer Beratung getroffen. Darunter seien elf Vereine gewesen, die wohl eine Ablehnung für das Sonderprogramm erhalten werden, auch wenn diese noch nicht vorliege.

Für das Jahr 2018, das schon Geschichte sei, konnte Peter Böse mitteilen, dass der SSV 80 Gardelegen noch nicht mit dem Bau seiner geplanten Flutlichtanlage begonnen habe. Erst im Oktober seien die Bewilligungen vom Landesverwaltungsamt und vom Altmarkkreis eingegangen. Gebaut würde in diesem Jahr. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 42 500 Euro. Im zweiten Bauabschnitt befänden sich aktuell die Arbeiten am Sportlerheim des Diesdorfer SV, sagte Böse.


Pin It on Pinterest

Share This