Eintracht Salzwedel möchte langfristigen Pachtvertrag mit der Hansestadt für den Sportplatz

Mit etwa 700 Mitgliedern bildet der SV Eintracht Salzwedel (SVE) den wohl mitgliederstärksten Verein im Altmarkkreis. Sportliche Heimat der Fußballabteilung ist der Sportplatz Flora an der Schillerstraße – und soll es langfristig auch bleiben. Vorsitzende Katrin Pfannenschmidt verhandelt daher mit der Stadt.

Von Alexander Rekow VOLKSSTIMME

Salzwedel l Wer über den SV Eintracht Salzwedel spricht, kommt am Sportplatz Flora nicht vorbei. Den Platz, auf dem die Herren-Mannschaften an den Heimspiel-Wochenenden ihre Spiele vor vielen Salzwedelern austragen, wo trainiert und sich getroffen wird. Doch sattelfest ist das Areal lange nicht mehr. Sogar über einen Verkauf wurde zum Groll der Mitglieder und Sympathisanten nachgedacht. Dieses Szenario scheint vom Tisch. Doch gut ist noch lange nicht alles.

Vor sieben Jahren zogen dicke Wolken über den Sportplatz Flora. Um Betriebskosten zu sparen und die klamme Stadtkasse zu füllen, sollte die Traditionssportstätte des SV Eintracht bis 2014 geschlossen und verkauft werden. Dagegen machten die Sportler mobil, um die Flora aus dem Konsolidierungskonzept streichen zu lassen. Außerdem würde das Werner-Seelenbinder-Stadion für die Spiel- und Trainingszeiten der Jugend- und Erwachsenenteams von Lok und Eintracht Salzwedel nicht reichen, führte SVE-Vereinsmitglied Holger Neumann seinerzeit an. Uwe Binde von Lok stieß ins gleiche Horn „Wir haben mehr Bedarf als Platz“.Planungen ohne Vertrag unmöglich

Die Sportler sollten das Glück auf ihrer Seite haben, die Jeetzestadt kam damals aus der Konsolidierung. Vorbei war die Debatte um die Flora aber trotzdem nicht. Denn beim Thema Pachtvertrag ist bis heute keine gemeinsame Linie mit der Stadtverwaltung gefunden.

So monierte der Förderverein des SV Eintracht im Jahr 2015, dass mit einem Einjahres-Pachtvertrag die Hände der Verantwortlichen gebunden seien. Langfristige Planung? Unmöglich! Förderanträge stellen? Ausgeschlossen! Und genau das möchte Vorsitzende Katrin Pfannenschmidt auch noch heute. Das Thema ist fünf Jahre später immer noch aktuell. Auch sie sagt, dass ohne einen langfristigen Vertrag dringend benötigte Fördermittel nicht zu beantragen seien.

Katrin Pfannenschmidt, Vorsitzende des SV Eintracht Salzwedel.
Archivfoto: Alexander Rekow

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen, die Stadt wohl doch bereit zu sein, einen längeren Vertrag zu ermöglichen. „Nach einem gemeinsamen Gespräch im Mai 2019, hat die Stadt Salzwedel dem SV Eintracht Salzwedel im November einen Entwurf eines Pachtvertrages zugesandt“, erklärt Katrin Pfannenschmidt auf Nachfrage. Den Vertrag habe sie mit dem Vorstand und der Fußball-Abteilung geprüft und dies samt eigener Stellungnahme Bürgermeisterin Sabine Blümel im Dezember zukommen lassen. Nun liegt der Ball wieder im Rathaus.

„Es freut uns sehr, dass die Stadt bereit ist, einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Verein abzuschließen, damit für die Flora durch den Verein Fördermittel akquiriert werden können“, sagt die Vereinsvorsitzende. Beispielsweise für Bewässerungsanlagen oder weitere Technik. Und um an Fördermittel zu kommen, brauchte der Verein eine Mindestvertragslaufzeit von 15 Jahren, wie die Vereinsvorsitzende weiß. Eintracht gehe auf Nummer sicher und ziele auf 20 Jahre ab.Verein will Arbeiten und Pflege selbst stemmen

Im Gegenzug habe der Verein zugesichert, auch weiterhin ohne eine Verpflichtung anfallende Arbeiten und Pflegemaßnahmen auf der Kultsportstätte zu übernehmen. „Unsere Ehrenamtlichen bringen sich über Jahre ein, das wird sich auch nicht ändern“, verspricht die Vorsitzende. Darüber hinaus habe der Verein signalisiert, Pacht an die Stadt zu zahlen. „Unsere Zusammenarbeit mit der Stadt war in den vergangenen Jahren immer von Fairness und Vertrauen geprägt“, versichert Katrin Pfannenschmidt, die diese Tradition auch gern über 2020 hinaus fortsetzen möchte und auf eine schnelle Einigung mit der Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Sabine Blümel abzielt.