Basketball Bezirksligist startet am 26. September mit Derby gegen Hansebaskets Salzwedel in die Saison

Nach dem Meistertitel in der abgelaufenen Saison in der Basketball-Bezirksliga Nordwest hat der VfL Kalbe die Vorbereitung auf die kommende Saison aufgenommen. Vor knapp zwei Wochen stiegen die Sportler wieder ins Training ein.

Kalbe l In der abgelaufenen Spielzeit holte sich der VfL Kalbe um Spielertrainer Harald Lotsch mit einem starken Schlussspurt den Titel in der Bezirksliga Nordwest. Nach dem verlorenen Rückrundenspiel gegen den ärgsten Verfolger Hansebaskets Salzwedel und einem Kraftakt während der letzten Punktspiele vor der Einstellung des Spielbetriebes krönten sich die Kalbenser zum Meister.

Harald Lotsch (am Ball) ist Spielertrainer des VfL Kalbe. Der erfahrene Sportler erzielte in der zurückliegenden Saison die meisten Punkte für seinen Klub. Fotos: Fabian Schönrock

Vollends zufrieden dürfte der VfL und das Team jedoch nicht mit der Spielzeit 2019/20 gewesen sein. Die interne Saisonanalyse hat ergeben, dass die quantitative Breite beim VfL vorhanden ist. An qualitativer Breite fehlte es dagegen. Vor allem in Spitzenspielen konnten wichtige Schlüsselspieler nicht ersetzt werden. „Wir waren in den Spielen gegen Salzwedel nicht immer optimal besetzt“, erklärt Coach Lotsch. Aber: Die Kontrahenten hatten ähnliche Probleme im Liga-Alltag. Und so holten die Mildestädter doch den Titel.

Sascha Pietz (hinten) gehört zu den Nachwuchshoffnungen, die der VfL Kalbe im Herrenbereich integrieren möchte.
Fotos: Fabian Schönrock

Mit der neuen Staffeleinteilung der Bezirksliga Nordwest, die nur noch aus fünf Teams besteht, wird der VfL sich erneut beweisen müssen. Für Kalbe beginnt der Spielbetrieb am 26. September mit dem Heimspiel gegen die Hansebaskets aus Salzwedel. Das große Ziel in der neuen Runde bleibt unverändert: „Wir wollen wieder die Meisterschaft gewinnen. Das ist realistisch“, erklärt Lotsch.

Externe Neuzugänge konnte der VfL nicht verpflichten. Der Kern der Mannschaft bleibt bestehen. Abgänge gibt es keine. In Sascha Pietz (54 Punkte) und Pascale Rose (47 Punkte) haben die ersten Spieler aus der eigenen Jugend, den Sprung in die Herrenmannschaft geschafft. Weitere Nachwuchsspieler sollen aus der U20 sukzessive folgen. „Es ist unser Ziel, den ein oder anderen bei den Herren zu integrieren, an die körperliche Härte im Männerbereich zu gewöhnen und hinein wachsen zu lassen“, erläutert Lotsch die Philosophie des Vereins, auf die eigene Nachwuchsschmiede zu setzen.

Die vielversprechende U20 des VfL Kalbe wird von Martin Czubkowski geleitet. Für Czubkowski, der für seine 26 Punkte nach Dreierwürfen bei den Herren in der vergangenen Runde nur neun Spiele benötigte, ist es eine Herzensangelegenheit, sich bei seinem Verein in doppelter Funktion zu engagieren. Der 27-Jährige ist parallel zu seiner Tätigkeit als Jugendtrainer eine der tragenden Säulen bei den Herren.

Martin Czubkowski entwickelte sich zum Leistungsträger bei den Herren. Zudem trainiert er die U20.
Fotos: Fabian Schönrock


Coach Harald Lotsch spielte mit Czubkowski noch zusammen in den erfolgreichen Oberliga-Zeiten, als dieser noch in der Rolle des heranwachsenden Newcomers auf dem Feld stand: „Martin hat eine enorme Entwicklung genommen. Er ist der beste Verteidiger bei uns auf dem Flügel und ist aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Er gehört zu den Führungsspielern und hat sogar noch Potenzial nach oben“, so Lotsch.

Neben Czubkowski und Lotsch baut der VfL vor allem auf Manuel Gericke. Der erfahrene Gericke gehört zu den wurfstärksten Akteuren im Team und konnte satt 129 Punkte in acht Spielen werfen. Im Schnitt ergibt das 16,1 Punkte pro Spiel. Nur Harald Lotsch mit 178 Punkten aus neun Spielen und 19,8 Punkten im Schnitt konnte eine höhere Quote erzielen.

Als starken Freiwerfer haben die Kängurus zudem Jan Lohse in der Hinterhand, der mit zehn Treffern von 14 Freiwürfen eine passable Quote verzeichnen konnte. Als Aufbauspieler ist weiterhin Christian Mehlicke gefragt. Als Denker und Lenker im Spiel des VfL ist Mehlicke nicht wegzudenken. Mit seiner Stärke am Korb und famoser Technik bereitet er den Gegenspielern Kopfzerbrechen. Acht Jahre lang spielte der VfL Kalbe in seinen glorreichsten Zeiten in der Basketball Oberliga. Diese Ära ist längst vorbei. Die Stärken der Kängurus sind allerdings, wenn auch einige sportliche Etagen tiefer spielend, geblieben. Die Mannschaft ist eingespielt und verfügt über immense Erfahrung. Die Mannschaft ist für die Gegner in der Bezirksliga schwer ausrechenbar.

„Man kann uns nicht in Gänze stoppen. Wir haben mehr Tiefe im Kader, als andere Mannschaften und fünf bis sechs Optionen, die wir von der Bank bringen können, ohne einen zu großen Einbruch zu erleiden“, erklärt Lotsch.Dementsprechend offensiv und motiviert sieht die Spielphilosophie des Bezirksligisten aus: „Wir wollen in jedem Spiel Druck auf den Gegner aufbauen. Viele Mannschaften stehen sehr tief gegen uns. Das Spiel wird dadurch natürlich Wurf lastiger“, schildert Lotsch gleichzeitig die Probleme, dieauf den VfL zukommen werden. Dennoch wird der VfL den Gegnern auch in der kommenden Saison, das eigene Tempo aufdrücken.

Quelle: Von Fabian Schönrock VOLKSSTIMME