Story SV Eintracht Salzwedel 09: Guido Eisenschmidt im Volksstimme-Portrait

Guido Eisenschmidt ist ein Mann, der auf vielen Hochzeiten tanzt. Allerdings ist es nicht so, dass der Familienvater seine vielen Aufgaben nur mit halber Kraft bewältigt: „Obwohl ich am Wochenende auch lieber mal einfach zu Hause bleiben würde, kann man sich auf mich verlassen. Ich erfülle meine Aufgaben mit ganzer Kraft und nicht mit halber.“

Guido Eisenschmidt (3. sitzend von rechts) stand damals sogar im Kader des Landesliga-Spitzenreiters. Fotos/Scans: Marc Wiedemann

Salzwedel l Guido Eisenschmidt wurde jüngst auf dem achten Verbandstag des Kreisfachverbandes Altmark West mit der Ehrennadel des FSA in Gold ausgezeichnet und das nicht ohne Grund. Diese Auszeichnung erhielt der Salzwedeler für seine langjährige Arbeit im Verein und ständige Einsatzbereitschaft als Schiedsrichter.

Dennoch ist Guido erst 46 Jahre alt, weshalb ihn so eine große Auszeichnung schon nahe gegangen ist: „Ich war schon ergriffen, als ich die Ehrennadel erhielt. Schließlich bekommt man die nicht einfach so und schon gar nicht alltäglich mit 46 Jahren.“ Ähnlich sieht es auch Thomas Kölle – Schiedsrichterobman des KFV Altmark West: „Es gibt nicht viele Sportkameraden, die mit unter 50 Jahren bereits die Ehrennadel des FSA in Gold erhalten haben. Dazu zählen Torsten Felkel (2016), Heinrich Piep (2007), Bernd Dammert (2010), Bernd Krüger (2000) und ich (2008), die mir jetzt auf Anhieb einfallen. Alle anderen sind älter gewesen.“

Guido ist seit 42 Jahren im Fußballgeschäft. Mit fünf Jahren begann der Salzwedeler bei der damaligen BSG Aktivist mit dem Fußballspielen. „Ich habe eigentlich als Feldspieler unter Jürgen „Düse“ Schulz angefangen. Als dann mal der etatmäßige Torwart nicht da war, stellte Jürgen mich ins Tor und dabei bin ich dann auch geblieben“, erklärt Eisenschmidt seine Anfänge im Tor. Große Erfolge konnte Eisenschmidt als Torhüter nicht einfahren. „Titel habe ich keine großartig gewonnen. Mein persönliches Highlight war, dass ich bei der Landesmeisterschafts-Vorrunde der D-Junioren vom 1. FC Magdeburg gescoutet wurde. Letztlich habe ich diese Chance aber nicht wahrgenommen“, blickt Eisenschmidt mit einem kleinen weinenden Auge zurück. Insgesamt verlief die weitere Jugendzeit ereignisarm. Nach der Wende ab 1992 schwor Eisenschmidt dann dem gerade neugegründeten SV Eintracht Salzwedel die Treue. Unter Trainer Klaus Hilgenfeld, Mario Seidel und Dietrich Timm war Eisenschmidt über die Jahre in der zweiten Herrenmannschaft aktiv. Anschließend schaffte es der Schlussmann 1998 auch in die erste Mannschaft. Allerdings bekam er unter Peter Wassersleben und Dieter Förster keine Chance sich zu beweisen und blieb Ersatz. Nach einem kurzen Intermezzo beim SV Eintracht Chüden, ließ Eisenschmidt von 2004 bis 2007 seine Torwartkarriere bei der dritten Herrenmannschaft der Salzwedeler Eintracht ausklingen. „Während dieser Zeit habe ich meine Karriere als Fußballer ausklingen lassen und mich stattdessen auf mein Trainer-Dasein konzentriert“, erklärt Eisenschmidt.

1993 begann der damals 19-jährige auch seine Laufbahn als Nachwuchstrainer, die immerhin ebenfalls 18 Jahre andauern sollte. „Als Nachwuchstrainer kann ich eigentlich fast nur Titel in den unteren Jahrgängen verbuchen. Ab der C-Jugend waren es fast ausschließlich vordere Platzierungen im Landes-Maßstab. Der Höhepunkt war eigentlich 2004. Ich war damals B-Jugend-Trainer. Dennoch unterstützte ich den damaligen A-Jugend-Trainer Bernd Dammert bei den damaligen Relegationsspielen zum Verbandsliga-Aufstieg. Zudem halfen mit Mario Schulz, Patrick Bauer, Sebastian Schütze, Toni Freundt und Sebastian Heuer auch fünf Spieler aus meiner B-Jugend aus. Nachdem wir das Hinspiel beim TV Askania Bernburg mit 0:1 verloren haben, konnten wir das Rückspiel auf der Flora mit 1:0 gewinnen. Am Ende konnten wir uns im Elfmeterschießen mit 5:4 durchsetzen“, erinnert sich Guido Eisenschmidt noch gerne an diese Zeit zurück. Während seiner Zeit als Nachwuchstrainer, durchliefen natürlich viele Spieler die Schule unter Eisenschmidt. So trainierte der Salzwedeler Spieler wie Mario Schulz, Gregor Roth, Matthias Wiese, Patrick Bauer, André Hinze, Christian Minkus, Kevin Gebert, Maximilian Müller und Marcel Schulz, die zum Teil auch heute noch aktiv sind und die über ein enormes Potenzial verfügten.

Guido Eisenschmidt (rechts) wurde kürzlich im Rahmen der KFV-Tagung von KFV-Präsident Heinrich Piep ausgezeichnet.
Fotos/Scans: Marc Wiedemann

Schon während seiner Zeit als aktiver Spieler und Jugendtrainer, begann sich Guido auch beim KFV Altmark West zu engagieren. So begann er zwischen 2004 und 2006 als Staffelleiter der F-Junioren, anschließend war er bis 2011 Jugendausschuss-Vorsitzender und danach sogar für mehrere Jahre Spielausschuss-Vorsitzender. Zudem war er im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 auch Fußball-Abteilungsleiter beim SV Eintracht Salzwedel und übernahm damit das Amt von Bernd Dammert. Trotz all dieser Verpflichtungen hatte Guido Eisenschmidt tatsächlich auch Zeit für ein Privatleben. So heiratete Guido seine Bianca und anschließend erblickte auch seine Tochter Sarah das Licht der Welt. Im Jahr 2011 beendete Eisenschmidt seine Laufbahn als Juniorentrainer. Stattdessen stieg er nun ins Schiedsrichterwesen ein und ist bis heute dabei. „Während meiner Zeit als Schiedsrichter hatte ich bisher drei Höhepunkte. 2018 habe ich das Landespokalspiel der B-Junioren zwischen dem VfB 07 Klötze und dem 1. FC Magdeburg (damaliger Bundesligist, Anmerkung der Redaktion) gepfiffen und 2019 standen dann noch die Deutsche Meisterschaft der Behinderten in Salzwedel sowie die Futsal-Landesmeisterschaft in Beetzendorf an“, spricht Guido über seine bisherigen Höhepunkte als Schiedsrichter.

Aktuell ist Guido Eisenschmidt vor allem als Schiedsrichter unterwegs. Doch seine Aufgaben beim SV Eintracht Salzwedel kamen in den vergangenen Jahren auch nicht zu kurz. So ist Guido weiterhin stellvertretender Abteilungsleiter der Eintracht. Aufgrund des Hygienekonzepts – bedingt durch die Corona-Pandemie – wurde Guido im Sommer auch zum Hygienebeauftragten ernannt. Zudem kümmert sich Guido seit einigen Jahren um die Nachwuchstorhüter im F- und E-Jugend-Bereich und außerdem fungiert er seit vier Jahren als Torwarttrainer der ersten Herrenmannschaft. Doch auch in den letzten Jahren kam das Private nur bedingt zu kurz. „Meine Frau genießt jeden Moment, wo ich zu Hause bin. Wenn ich am Wochenende los muss, bekomme ich hin und wieder mal einen bösen Blick zugeworfen. Sie akzeptiert es, verteilt aber auch hin und wieder mal kleine Spitzen“, erklärt Guido, der seit 2014 im Elternrat seiner Tochter sitzt und zwischen 2017 und 2018 auch noch nebenbei ein Haus baute.

Man stellt also relativ schnell fest, dass der Programmierer der DEBA ein Mann ist, der es schafft, sein Privatleben, die Arbeit und auch seine vielen ehrenamtlichen Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. Folgerichtig war die Auszeichnung mit der Ehrennadel in Gold auch absolut verdient.

Von Marc Wiedemann VOLKSSTIMME