Rainer Krümmel stellt sich heute in Salzwedel nicht wieder zur Wahl / Sorge um Mitgliederzahl

Auszeichnungen an engagierte Schützen überreichen – eine Aufgabe des scheidenden Kreisvorsitzenden Rainer Krümmel (von links, mit Frank Niebel und Fritz Schulz von der Schützengilde Kalbe. VOLKSSTIMME

Salzwedel l Angekündigt hatte er diesen Schritt bereits bei seiner Wiederwahl 2013. „Mit nunmehr 75 Jahren habe ich nicht mehr die für das Amt erforderliche Kraft“, erklärte Krümmel gegenüber der Salzwedeler Volksstimme. Heute wählen die Delegierten des Kreisschützentages seinen Nachfolger.

In den vergangenen 15 Jahren hat der Salzwedeler das Schützenwesen im Altmarkkreis geprägt wie kaum ein anderer. Doch auch umgekehrt hat der Schützensport seine Spuren im Leben des Handwerksmeisters hinterlassen, wurde zum Lebensinhalt, zur Leidenschaft. Dabei war es eher ein Zufall der Krümmel in die Reihen des Traditionsvereines brachte.

„1990 gab es eine Einladung der Uelzener Schützen. Diese wollten beim Neuaufbau der traditionsreichen Gilde der Hansestadt helfen und hatte Einladungen an die hiesigen Handwerksmeister verschickt“, erinnerte sich der scheidende Kreischef. Gemeinsam mit seinem Sohn Nils besuchte er die Veranstaltung und war spontan begeistert. Vater und Sohn traten gemeinsam dem wiederbelebten Traditionsverein bei. Doch während es Nils ruhig angehen ließ, startete Rainer Krümmel gleich durch. Schon 1992 kam er zu Königsehren. Innerhalb weniger Tage feierte er seinen 50. Geburtstag und die Proklamation im bis auf den letzten Platz gefüllten Festzelt.

„Die Bayerische Sieben brachte das Zelt zum Kochen und als König musste ich Autogramme geben“, blickte Krümmel mit etwas Wehmut zurück. In den folgenden Jahren widmete er sich als Mitglied der Jägerkompanie dem Aufbau der Salzwedeler Gilde. Es folgte die Delegierung zur neu gegründeten Frackkompanie. Gemeinsam mit Jörg Matzat gelang es ihm, die Mitgliederzahl in kurzer Zeit auf 20 zu erhöhen.

Im Jahr 2003 folgte der Schritt in den Vorstand des Kreisverbandes. Der Salzwedeler Wolfgang Eberhardt, damals 1. Stellvertreter des Vorsitzenden im Kreis, wollte die Leitung der Salzwedeler Gilde übernehmen und bat um Entlastung vom Amt. Rainer Krümmel sprang in die Bresche und blieb. 2003 wurde er in der Funktion des 1. Stellvertreters bestätigt, 2005 offiziell gewählt.

Das Spitzenamt im Kreis hatte Krümmel zu keiner Zeit im Visier. Der erfahrene Hans-Joachim Lembke führte damals die Geschicke der Schützen und so sollte es auch bleiben. Doch Krankheit und Tod machten diese Planung zunichte. Als 1. Stellvertreter stand nun der Salzwedeler in der Verantwortung und er enttäuschte seine Kameraden nicht. Als Mann der Tat stellte er sich der Aufgabe, lernte dazu, büffelte Gesetze und Verordnungen. Nur eine Sache bereitet ihm bis heute Kopfzerbrechen: das Halten von Reden.

„Ich war und bin kein großer Rhetoriker“, gibt Krümmel unumwunden zu. Eine große Stütze war ihm dabei seine verstorbene Frau Gisela. Ihr Hobby war die deutsche Sprache. In dieser Hinsicht hat sie manche Rede überarbeitet. „Inhaltlich habe aber ich die Richtung vorgegeben, das war mein Gebiet“, versicherte Krümmel.

Wenn er auf seine 10 Jahre als Vorsitzender zurück blick, bleiben zwei Veranstaltungen besonders im Gedächtnis: die Feier zum 20-jährigen Bestehen des Kreisschützenverbandes und der Landesschützentag in Salzwedel.

Sorge bereitet Krümmel allerdings die negative Entwicklung der Mitgliederzahlen. Waren es im Jahr 2002 zu Spitzenzeiten noch 1550 Mitglieder im Kreis, sind es aktuell noch 1056.

„Das ist beängstigend. Es fehlt die Jugend ebenso wie die mittleren Jahrgänge“, so Krümmel. Insbesondere dabei wünscht er dem neuen Vorstand eine glückliche Hand, neue Ideen und die Unterstützung aller Vereine im Altmarkkreis.

Kreisschützenchef nimmt Abschied

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