Auzeichnung für „Licht ins Dunkel“ – Tanzprojekt gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Der Kreissportbund Altmark West hat erstmals ein Projekt beim Landespräventionspreis eingereicht und gleich den mit 1000 Euro dotierten zweiten Preis abgeräumt. Damit wurde das Projekt „Licht ins Dunkel“ – Tanzprojekt gegen Gewalt an Frauen und Mädchen honoriert.

Die stellvertretende KSB-Geschäftsführerin Claudia Constabel präsentiert mit dem KSB-Vorsitzenden Lutz Franke (links) und KSB-Geschäftsführer Andreas Lenz die Urkunde, die der Kreissportbund Altmark West für den 2. Platz beim Landespräventionspreis erhalten hat. Foto: Marco Heide VOLKSSTIMME

Neben der Betreuung und Unterstützung von Sportvereinen zählt zu den Aufgaben des Kreissportbundes (KSB) Altmark West auch das Organisieren von Veranstaltungen und Projekten. Eines dieser Projekte ist seit drei Jahren die Aktion „Licht ins Dunkel“ – Tanzprojekt gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Zum ersten Mal reichte der KSB in diesem Jahr das Projekt beim Landespräventionspreis ein und belegte dort den zweiten Platz.

Den Höhepunkt bei „Licht ins Dunkel“ stellt der Tanz-Flashmob in Gardelegen dar, an dem sich etwa 200 Menschen beteiligen. Der Massen-Tanz findet immer am 14. Februar statt – einem weltweiten Aktionstag unter dem Titel „One Billion Rising“, der die Gewalt an Frauen in den Fokus rückt und zur Wahrung der Frauenrecht aufruft. Im Vorfeld organisiert der Kreissportbund kreisweit Workshops, beispielsweise Tanz und Selbstverteidigung, Vorträge und Ausstellungen.

„Ich würde mich freuen, wenn das Thema Gewaltprävention noch fester in den Köpfen verankert wäre“, sagt die stellvertretende KSB-Geschäftsführerin Claudia Constabel, die für das Projekt verantwortlich zeichnet. Aus Sicht vom KSB-Vorsitzenden Lutz Franke habe der Kreissportbund gezeigt, wie gut eine solche Aktion umsetzbar sei und was man aus dieser inhaltlich herausholen könne. „Man kann im Sport sehr integrativ wirken. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir Sport nicht nur aus Selbstzweck treiben, sondern auch die soziale Komponente weitertragen“, unterstreicht Lutz Franke.

Mit Blick auf den sozialen und gesellschaftlichen Charakter des Sports sei es laut Franke traurig, dass in diesem Jahr viele Veranstaltungen ausfallen mussten. KSB-Geschäftsführer Andreas Lenz erklärte in diesem Zusammenhang, dass 2020 nur etwa 25 Prozent der Kreiskinder- und Jugendspiele ausgetragen wurden. „Wir werden noch Jahre mit den Ereignissen zu kämpfen haben“, meint Lenz. Aber: „Wir lehnen uns aktuell nicht zurück, weil kein Sport möglich ist. Wir unterstützen die Vereine, um die Strukturen zu erhalten und führen Gespräche mit den kommunalen Verantwortungsträgern, um zu schauen, wie Sport wieder möglich sein kann“, sagt Lutz Franke.

Neben den Einschränkungen im Sportbetrieb beobachtet Andreas Lenz aktuell auch sinkende Mitgliederzahlen bei den Vereinen. Die Mitgliedermeldungen, die aktuell beim Kreissportbund eingehen, zeigen diesen Trend. Als Grund sieht der KSB-Geschäftsführer die Unterbrechung des Trainings. Lenz vermutet, dass einige Sportler die Mitgliedschaft im Verein gegen die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio eingetauscht haben. Ein weiterer Punkt ist, dass Eltern, bei denen das Geld nicht so locker sitzt, ihre Kinder aus den Vereinen genommen haben, weil das Training nicht stattfindet.

Wie groß der Mitgliederschwund tatsächlich ist, wird sich Anfang 2021 zeigen, wenn aus den Vereinen alle Zahlen vorliegen. Am 31. Dezember vergangenen Jahres zählte der KSB Altmark West 15 344 Mitglieder und war damit der größte Verein im Altmarkkreis Salzwedel.

Von Marco Heide VOLKSSTIMME

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