Umsetzen des Wunsches hängt von der jeweiligen Haushaltslage ab / Landesförderung wird wohl auch im nächsten Jahr ausgereicht

Von Anke Pelczarski VOLKSSTIMME

Ein Kunstrasenplatz im Werner-Seelenbinder-Stadion in Salzwedel: Das ist der Wunsch von Stadträten. Archivfoto: Karsten Wiedemann

Salzwedel l „Ist im Entwurf des Haushaltes für 2020 der Bau eines Kunstrasenplatzes im Werner-Seelenbinder-Stadion vorgesehen?“: Das wollte Stadtrat Marco Heide (Die Linke) während der Finanzausschusssitzung wissen. Bürgermeisterin Sabine Blümel antwortete mit einem kategorischen „Nein“.

Marco Heide verwies darauf, dass die Flutlichtanlage seines Wissens nach gebaut worden sei, damit das künftige Kunstrasen-Feld ordentlich beleuchtet werde. Sabine Blümel widersprach und sagte, dass diese Anlage für das gesamte Spielfeld gedacht sei. Es sei richtig, dass das Stadion weiter ausgebaut werden solle. Aber vordringlich seien Arbeiten in Sachen Brandschutz in Kitas und Schulen zu erledigen, die viel Geld kosten würden.

Der Stadtrat verwies auf die vom Land ausgelobte Förderung für sportlichen Bauvorhaben. „Das wären unterm Strich etwa 200 000 Euro, die die Stadt zahlen müsste“, nannte Marco Heide eine Zahl und regte an, Sponsoren anzusprechen, die vielleicht einen Teil der Summe übernehmen könnten. „Solange es die Förderung gibt, sollten wir die Chance nutzen“, fügte er hinzu.

Zumal Landtagsmitglied Carsten Borchert bei der Festveranstaltung zum 110-jährigen Bestehen des Sportvereins Eintracht Salzwedel informiert hätte, dass es diese auch 2020 geben würde. „Ein Kunstrasenplatz hätte einen positiven Effekt fürs Sporttreiben in dem Stadion“, meinte Marco Heide.

Ausschussvorsitzender Arne Beckmann (Fraktion Land bis Stadt) merkte an, dass zwar von 60-prozentiger Förderung gesprochen werde. Ob diese in der Höhe wirklich bewilligt werde, sei offen. „Mich wundert die Diskussion über Kunstrasen, wo dieser doch gesundheitlich in Frage gestellt wird“, warf Lothar Heiser (CDU) ein.

Norbert Hundt (SPD) regte an, über einen längerfristigen Vertrag mit einem Verein bezüglich des speziellen Platzes nachzudenken. Das sei nicht möglich, entgegnete Verwaltungsmitarbeiterin Hella Jesper: „Wir haben das Stadion in Gänze in Verwaltung. Wir können nicht einen Teil davon an andere übertragen.“

Marco Heide verwies im Nachgang der Sitzung auf das Stadtratsprotokoll vom 12. Juni, in dem die Äußerung der Bürgermeisterin festgeschrieben ist, „dass perspektivisch ein Kunstrasen-Platz errichtet werden könnte“.

Dies habe sich auf die Investition Flutlichtanlage und künftig machbare Investitionen bezogen, hieß es am Freitag aus dem Rathaus. „Diese hängen stets von der jeweiligen Haushaltslage ab“, teilte Stadt-Sprecher Andreas Köhler mit.