Der Terminkalender von Andreas Lenz ist prall gefüllt, denn in den ersten vier Wochen als neuer Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Altmark-West ist der Letzlinger viel unterwegs, um Gespräche zu führen und Veranstaltungen zu organisieren.

Von Henning Lehmann VOLKSSTIMME

Andreas Lenz – Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Altmark-West

Klötze l Der 39-jährige folgt auf Peter Böse und ist seit Kindesbeinen an mit dem Sport verbunden. Er weiß, wie die Arbeit in den fast 160 Vereinen des Altmarkkreises läuft. Der verheiratete Familienvater führte schließlich auch sieben Jahre lang seinen Heimatverein Heide Letzlingen als Vorsitzender.

Den Chefstuhl in den Räumen der Klötzer Kreissportbund-Geschäftsstelle hat Andreas Lenz von Peter Böse am Jahresanfang übernommen. Und nicht nur, dass der aktive Landesklassen-Kicker seit Januar auf dem Geschäftsführerstuhl sitzt, ist beim KSB neu. Auch die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter ist mit dem Jahreswechsel weniger geworden. Aktuell arbeitet der KSB mit zwei hauptamtlichen Angestellten. Neben Andreas Lenz steht Claudia Constabel als stellvertretende Geschäftsführerin beim KSB in Lohn und Brot. Als geringfügig Beschäftigter hilft Daniel Jahn noch in der Geschäftsstelle mit. Weniger Angestellte bedeutet auch mehr Arbeit für die beiden Hauptamtlichen. Die Halbtagsstelle als Integrationsbeauftragte von Claudia Constabel wurde aus finanziellen Gründen nicht neu besetzt. Somit wird die Arbeit in Zukunft auf zwei Schultern verteilt.

Und Andreas Lenz hat auch schon konkrete Vorstellungen, wie die Aufgaben in Zukunft kompensiert werden können. Dabei steht ganz oben auf der Agenda die verstärkte Nutzung neuer elektronischer Datentechnik.

Nach Abstimmung mit dem geschäftsführenden KSB-Vorstand um Lutz Franke ist vorgesehen, in Zeiten der Digitalisierung zukünftig mehr E-Mails als Briefe an die Vereine zu versenden. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

„Wir müssen uns der neuen Zeit mit neuen Modellen anpassen und den Briefverkehr reduzieren“, betont Lenz.

Aber auch die telefonische Erreichbarkeit der beiden Mitarbeiter muss demnächst neu geregelt werden. „Bei zwei Mitarbeitern, die auch oft Auswärtstermine wahrnehmen, ist es schwierig, die Geschäftsstelle täglich zu besetzen“, weiß Lenz. Aus diesem Grund sollen die Öffnungszeiten und auch die Erreichbarkeit demnächst angepasst werden.

Eine weitere Veränderung plant der neue Geschäftsführer gemeinsam mit dem KSB-Vorstand in Sachen Volkswandertag. „Der Rahmen und der Name der Veranstaltung sollen verändert werden“, verrät der neue Geschäftsführer, ohne schon konkreter zu werden.

Ansonsten sollen die bewährten Veranstaltungen, wie unter anderem der Sportlerehrentag, das Familiensportfest am 1. Mai in Salzwedel, die Senioren-Weihnachtsfeier im Immekath sowie die Kinder- und Jugendspiele in der jetzigen Form erhalten bleiben, wie auch die alle zwei Jahre ausgetragene Sportgala in Beetzendorf. „Das sind gewachsene und tolle Veranstaltungen“, betont Andreas Lenz.

Er sieht sich gemeinsam mit Claudia Constabel vor allem als Ansprechpartner für die 160 Vereine im Altmarkkreis. Auch zum Thema finanzielle Ausstattung. Die wurde kürzlich erst im Landratsamt neu besiegelt. Der Landkreis stellt dem KSB jährlich 40 000 Euro zur Verfügung. Der Vereinszuschuss pro KSB-Mitglied beläuft sich bei sechs Euro. Dieses Kreisgeld soll für Sportstätten, Sportgeräte sowie Veranstaltungen, Feste, Übungsleiterzuschuss sowie Aus- und Weiterbildung und den Breitensport genutzt werden. „Wir als Kreissportbund wissen am besten, welche Vereine es finanziell am nötigsten haben“, merkte der Geschäftsführer an und verspricht eine faire und solidarische Verteilung der Gelder.

Dabei kann er auch auf die Unterstützung der Sparkasse Altmark-West setzen. Den Antrittsbesuch beim neuen Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Behr hat der neue KSB-Chef schon gemacht.

Dass die Zusammenarbeit mit den 160 Vereinen mit über 15 500 Mitgliedern in 35 Sportarten in Zukunft auch gelingt, dessen ist sich Andreas Lenz sicher. Denn er ist ein Mann der Basis.

An der Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel hat er Sportmanagement studiert. Neben dem Studium kickte der Linksbeiner über fünf Jahre lang erfolgreich in der Landesliga bei Eintracht Mechau unter Trainer Dieter Förster. Der stellte den einstigen Abwehrchef in den Sturm und seit geraumer Zeit hütet er das Tor von Heide Letzlingen in der Landesklasse. „Die Landesligazeit in Mechau mit den beiden Kreispokalsiegen sowie die beiden Landesliga-Aufstiege in Letzlingen und die Pokalsiege waren meine bisher größten fussballerischen Erfolge“, listet der Fan vom 1. FC Köln auf. Doch auch Tennis und Tischtennis gehören zu den Sportarten, die der Familienvater ausübt. Dass dafür in Zukunft mit dem neuen Job weniger Zeit ist, darüber ist sich der 39-Jährige schon im Klaren.

Und diese Arbeit wird weiter von Klötze aus gesteuert. „Klötze ist für alle Beteiligten die beste Lösung, weil der Ort in der Mitte des Altmarkkreises liegt und alle Vereine gleiche Wege haben“, sagt Lenz, der in den kommenden Wochen auch mal bei Bürgermeister Uwe Bartels vorbeischauen wird.

Dann fehlt nur noch Landrat Michael Ziche. Und den trifft er auf jeden Fall bei der Sportlerehrengabe Ende Februar in Winterfeld – die erste große Veranstaltung, die der neue KSB-Geschäftsführer als Gastgeber meistern muss. Doch sein Vorgänger Peter Böse hat ihn gut eingearbeitet. Und Andreas Lenz ist ja auch schon zehn Jahre beim KSB, war acht Jahre Stellvertreter.

Dann folgt im April der Kreissporttag mit der Neuwahl des Vorstandes. Mit den Neugewählten möchte der Geschäftsführer genauso konstruktiv und vertrauensvoll für die kommenden vier Jahre zusammenarbeiten wie mit dem altem Gremium und den KSB für die Aufgaben der Zukunft wappnen